Vertrauen anti Misstrauen

In den letzten Tagen musste ich mal wieder feststellen, dass ich ein sehr misstrauischer Mensch bin. Das beginnt bei läppischen Sachen wie dem Handyvertrag und endet bei Menschen, die mir wichtig sind. Und warum das Ganze? Zu oft auf die Klappe gefallen. Es waren nicht die großen Sachen, sondern die vielen kleinen, die das Fass zum überlaufen gebracht haben. Sei es Lügerei bei meinem Handyanbieter, in der Liebe oder eben die “beste Freundin”, die dann doch nicht so gut war wie ich selbst dümmlich dachte.

Ich bin vorsichtig geworden. Ich denke viel nach und hinterfrage alles mehrfach. Natürlich benutze ich auch Notlügen, sicher stimmt bei mir auch mal was nicht. Niemand hat eine komplett weiße Weste. Doch Vertrauen zu finden, das fällt mir im Allgemeinen schwer. Für ein bisschen oberflächliches Geplapper reicht es zwar, das ein oder andere Treffen hier oder dort, doch den wahren Kern meiner Persönlichkeit erreicht kaum einer.

Ganz besonders schlimm wird es jedoch erst, wenn erlangtes Vertrauen zu Bruch geht. Darauf baut dann alles auf: Streit, Missverständnisse, Wut und Unverständnis bei der anderen Person. Da reichen dann schon Kleinigkeiten, wie der nicht erwähnte Besuch oder die große unbekannte neue Bekanntschaft aus, und alles summiert sich ins Unermessliche. Stein auf Stein wird das Misstrauen größer und immer größer. Zurück bleibt nur erwähnter Streit und Unverständnis. Den Streit kann man klären, aber das Unverständnis bleibt und zieht seine Kreise. Es sind nur verfluchte Kleinigkeiten, aber sie machen das Leben schwer. Ja, ich wage zu behaupten, dass manches einfacher wäre, wenn dieses verfluchte Misstrauen nicht wäre. Gerne würde ich es bekämpften, doch ich weiß nur nicht wie. Vor allem, wenn einem regelmäßig kiloschwere Brocken entgegengerollt werden.

1 comment August 26, 2008 iusedtoruletheworld

Nicht nur das Wetter ist trüb…

Gestern sprach ich mit einem Bekannten über das “EMO-Klischee”. Daraufhin sagte er “Die hören ja auch sowas wie Placebo.” Heute morgen durchstöberte ich mal wieder meine Musiksammlung und stolperte über ein Album genau dieser Band. Sofort musste ich wieder an diese Unterhaltung denken und hörte mir einen Song an. Placebo Emo? Nunja, die Jungs wirken schon ein bisschen dunkel und düster. Die Musik ist oft traurig.

Sogleich besuchte ich meine Lieblingsseite last.fm und überprüfte, was die Allgemeinheit denn zu Placebo sagt. Dort findet sich zwar die Bezeichnung “Emo”, aber doch eher am Rande.

Mit 129 Plays insgesamt kann ich auch wirklich nicht sagen, dass ich ein Placebo-Fan bin. Dennoch ist der nun folgende Song toll - passend zum eher grau-betrübten momentanen Wetter. Über alles andere muss sich jeder ein eigenes Bild machen.

1 comment August 19, 2008 iusedtoruletheworld

Auf in einen neuen Lebensabschnitt!

Gestern war ein wichtiger Tag. Warum? Mittags erreichte mich ein Anruf einer sehr guten Freundin: “Chrissy, Chrissy, hast du schon nach der Post geguckt?” - “Nein, warum?” - “Uni, ich wurde angenommen, du dann auch.” Denn wir hatten uns für denselben Studiengang Sozialwissenschaften mit der selben Durchschnittsnote  an der selben Uni beworben.

Und tatsächlich. Kurze Zeit später hielt ich die Bestätigung der Uni in der Hand. Damit hatte ich kaum gerechnet. Zum einen wegen der hohen Bewerberzahl, zum anderen hatte ich mit der Bekanntgabe erst zu Ende August gerechnet.

Die Freude ist riesengroß. Da war es dann auch egal, dass ich den ganzen restlichen Tag arbeiten musste. Denn ich war die ganze Zeit nur am Strahlen.

Bald bin ich auch offiziell Student und ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt mit vielen neuen Erfahrungen und neuen Gesichtern.

1 comment August 10, 2008 iusedtoruletheworld

Es gibt sie doch noch…

…die Menschen, die nicht immer nur an Rostock rummeckern müssen.

Heute auf Arbeit sprach mich eine ältere Dame an: “Sagen sie, verkaufen Sie auch Brot und Brötchen?” - “Ja, einfach gradeaus gehen und dann rechts.”

Einige Zeit später kam sie noch einmal bei mir vorbei, vollgepackt mit Tüten. “Ich wollte ja eigentlich nur Brötchen kaufen.” Und: “Also bei uns war das nie so. Die in Berlin können sich eine Scheibe abschneiden. So sauber und um die Zeit noch so viele Kassen auf. Ich weiß schon, warum ich hierhergezogen bin.”

Und so ging sie davon.

Add comment Juli 18, 2008 iusedtoruletheworld

Athlete: Wires

Musik kann so schön sein. Menschen auch.

Add comment Juli 2, 2008 iusedtoruletheworld

Neuer Job - neues Glück?

Nachdem ich bei meinen letzten Arbeitgebern viel Pech hatte, wurde ich letzte Woche offenbar doch vom Glück geküsst.

Auf Grund von Personalfehlplanung war ich vor einigen Wochen von heute auf morgen aus meinem alten Job geschmissen worden. Daraufhin bewarb ich mich hier und da. Letzte Woche rief ich nochmal bei einer Stelle an, mit dem Ergebnis, ich würde eventuell zum August eingestellt werden. Viel zu spät für mich natürlich.

Am selben Tag ein Anruf. Nanu? “Uns ist jemand abgesprungen, wir bräuchten kurzfristig jemand neues. Könnten Sie sofort anfangen?”

Und so habe ich jetzt bereits die komplette Einarbeitung hinter mir. Und ich habe Spaß an meiner Arbeit, die Kollegen und Chefs sind alle sehr kompetent.

Nun steht also Unzuverlässigkeit, kein Arbeitsvertrag, schlechte Bezahlung, Unfreundlichkeit, unbezahlte Nachtarbeit, Nachlässigkeit und nicht-rechtszulässiges Handeln meiner alten Jobs gegen ein angenehmes Klima, Arbeitsvertrag, anständige Bezahlungen, Schichten und Pausen im neuen. Ein echter Traum.

P.S.: Ich bin übrigens Kassiererin bei Marktkauf. *piep*

3 comments Juni 21, 2008 iusedtoruletheworld

BalMUN - Wir haben’s gerockt!

Inzwischen ärgere ich mich, dass ich diesen Blog nicht eher hatte und so täglich vom spannendensten Erlebnis des Jahres zu berichten. BalMUN (Baltic Model United Nations) 2008 - das erste MUN in Rostock überhaupt. Und dann gleich an meiner Schule. Und mit mir.

Viele werden sich nun fragen, was das ist und was das soll. Im Laufe der letzten Zeit musste ich dies schon häufig klären. Bei MUN handelt es sich um von Schülern (oder Studenten) simulierten UN-Verhandlungen, mit allem drum und dran. Dress code und ausschließlich Englisch sprechen inbegriffen. Mehr Infos gibt’s hier.

In Kontakt kam ich bereits letzten Herbst mit MUN - doch dieses Jahr packte dann auch mich das Fieber. Zusammen mit 13 anderen engagierten und motivierten Jugendlichen schrieb und recherchierte ich für das Presseteam. Das bedeutete im folgenden: 10 Stunden in der Schule pro Tag, früh aufstehen, Stress und Hektik, wenn mal wieder keine Zeit war oder wenn man wie immer nie den fand, den man suchte, sich selbst überlegen, über was man schreibt…Und ja, ich tat das gern!

Geleitet wurde das Ganze von Matthias, dem Head Of Press. Die Zusammenarbeit mit ihm hat viel Spaß gemacht und ich freue mich, dass sich zwischen uns nun auch eine Freundschaft entwickelt. Er hatte immer den meisten Stress, jeder wollte was von ihm, andauernd “Matthias?” und Fragen, ob er mal kommen kann. Dann baute er auch das Layout und rannte täglich zum Druck zur NNN, wo er die Zeitungen selber faltete.

Übrigens funktioniere auch die Kommunikation perfekt. Durch IRC konnte jeder mit jedem sprechen und auch die kleinsten Problemchen wurden schnell geklärt. (Oder das ganze wurde umfunktioniert, nicht wahr, Stella?;))

Mittwoch, 28. Mai:
Bereits am Mittwoch gab es eine Vorbesprechung mit dem Team. Ich kam zu spät, platzte mitten in das Gespräch und begrüßte auch noch auf Deutsch. Super, dachte ich mir, das kann ja was werden.

Donnerstag, 29. Mai:
Donnerstag ging es nachmittags los, zumindest für uns. Ich komme eher, damit ich noch mit Matthias reden kann, der auch später kommt. Perfekt. Dann fangen wir an mit der ersten Zeitung, man lernt sich kennen, stellt sich vor. Es folgt die offizielle Eröffnung und das “Get Together.”

Freitag, 30. Mai:
Opening ceremony. Ich bin im Bann.
Artikel werden geschrieben, Leute interviewt, Chrissy liebt den Stress.
Außerdem steht noch ein Besuch bei den NNN an - wie wird eine Zeitung gemacht? Na als ob ich das nicht wüsste. Und ich bin trotzdem fasziniert.

Samstag, 31. Mai:
Besuch von mir im DC (Disarmament Committee) und anschließender Artikel. Ansonsten noch interessanten Reden gelauscht.
Abends stand dann “Balmun Dance” in der Bacio Lounge auf dem Programm. Danach folgen vier Stunden Schlaf. Und ich denke:” Scheiße, geht’s mir gut.”

Sonntag, 1. Juni:
Der letzte Tag. Wehmut macht sich breit. BalMUN war ein voller Erfolg.
Letzte Recherchen, closing cermony und die Ankündigung von BalMUN 2009. Dann ist es vorbei.

Fazit:
Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich würde es jederzeit wieder mitmachen. Ich freue mich bereits auf nächstes Jahr und weitere spannende Aufgaben.

Einen weiteren interessanten Beitrag findet ihr hier, außerdem findet ihr auf der BalMUN-Seite viele interessante Fotos, sowie die letzte Ausgabe unserer Zeitung “The Baltic Herald”!

2 comments Juni 14, 2008 iusedtoruletheworld

Verstehe das mal einer…

Zunächst eine kleine Richtigstellung meines letzten Beitrages. Nach einer einigermaßen hitzigen Diskussion mit einem Freund, fielen mir doch einige Sachen auf… Ich distanziere mich von dem Vorwurf der Meinung zu sein, dass die Flaggenprofile etwas mit rechts sein zu tun haben können. Es ging mir nur darum, dass ich lieber Gesichter sehe. Ich lasse durchaus allen ihren Spaß und ihre Freude an der Aktion.

Heute saß ich mal wieder in der S-Bahn. Mir fiel nicht nur die Lautstärke und die drückende Hitze auf, sondern auch folgendes Szenario: Einige etwa 8-jährige Kinder. Und dann das: “Fick dich” und der Mittelfinger zur gegenseitigen Verabschiedung. Wie liebenswürdig.
Ich frage mich wirklich, wo das geliebte Niveau geblieben ist. Von der Erziehung will ich mal erst gar nicht anfangen.

Und sowas erlebe ich fast tagtäglich und das nicht nur, weil ich häufig unterwegs bin. Jugendliche mit, nunja, Gossensprache, ganz gleich welches Alter. Rauchende Kinder. Sich beleidigende Kinder. Mit Ausdrücken, wo selbst unsereins geschockt ist. Und unsereins ist auch jugendlich.
Ich kann immer nur wieder den Kopf drüber schütteln. Und mich aufregen.

1 comment Juni 10, 2008 iusedtoruletheworld

Sinnlose Flaggen-Aktion

Bin ich erst ein richtiger Fan, wenn ich jeden Scheiß jede Aktion mitmache? Im altbekannten studiVZ wurde erst gerade dazu aufgerufen als Profilbild eine Flagge für das Lieblingsteam der EM 2008 einzustellen. Jemand schrieb passender Weise dazu: “Ich zeige Flagge, indem ich keine Flagge zeige.” Für mich der beste Ausspruch dieser Tage. Schließlich trage ich immernoch einen Kopf auf meinem Körper und nicht eine Flagge.

Aufgefallen: Der Personenkult nervt mich jetzt schon wieder. Gestern spielte u.a. Portugal gegen die Türkei und es hieß nicht “Das portugisische Team schießt sicher bald ein Tor”, sondern “Cristiano Ronaldo schießt ein Tor.” Und die deutsche Mannschaft besteht offenbar auch nur aus Michael Ballack, sollte man den Medien glauben.

Wie dem auch sei, heute steht das erste deutsche Spiel an und damit für mich auch das erste Public Viewing. Eines ist jedenfalls mal wieder sicher: Sobald die Deutschen Erfolg haben, sind plötzlich wieder alle Fans. Wenn sie den nicht haben, war man angeblich nie dafür. Oh man…

Add comment Juni 8, 2008 iusedtoruletheworld

Assoziationen

Der Begriff der Assoziation dient dabei zur Erklärung des Phänomens, dass zwei (oder mehr) ursprünglich isolierte psychische Inhalte (wie z.B. Eindrücke, Gefühle oder auch Ideen), auch als Assoziationsglieder bezeichnet, eine so enge Verbindung eingehen, dass das Aufrufen eines Assoziationsgliedes das Auftreten eines oder mehrerer weiterer Assoziationsglieder nach sich zieht oder zumindest begünstigt.

Ich glaube manchmal, ich bin anders. Vorhin ging ich einkaufen und im Treppenhaus musste ich auf einmal an meinen Onkel denken. Eine kurze Wahrnehmung, ein Geruch, die Assoziation. Und es ist wahrlich nicht so, dass mein Onkel schlecht riecht. Im Gegenteil. Zudem ist er einer der fantastischten Menschen, den es gibt. Er ist nicht einfach und das macht ihn wunderbar.

Diese Assoziationen begleiten mich täglich. Nur ein kurzer Blick, ein Geruch, ein Geräusch. Und die Erinnerung. An Dinge, die früher waren, Dinge, die mich glücklich machten, Dinge, die ich missen muss.

Ich sollte viel öfter diese Wahrnehmungen aufschreiben. Sie erfüllen mich jedesmal mit Glück. Nur ein kurzer Moment und dann ist alles schon wieder vorbei.

Früher. Als wir noch unbeschwert und frei waren.

1 comment Juni 7, 2008 iusedtoruletheworld

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